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Rundgang
um ein Gebrauchtfahrzeug
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Da steht
er nun also vor Ihnen, mehr oder weniger schimmernd
in gut erhaltenem Lack. Der Wagen, der Ihnen auf
den ersten bis zehnten Blick ins Auge stach. Er
ist das Modell, von dem Sie seit Wochen träumen
(im Traum kam er allerdings nagelneu und mit einem
roten Nummernschild, also noch nicht einmal zugelassen,
vor!). Lassen Sie mich, ehe wir ihm den Puls fühlen,
noch ein Wort einflechten:
Wer
zum erstenmal den Laden eines Gebrauchtwagenhändlers
betritt, sollte das nur in Begleitung eines eiskalt-nüchternen
Freundes tun, der ein alter Fahrer sein muss.
Sonst nützt er in diesem entscheidenden Augenblick
nämlich nichts. Die Aufgabe dieses Freundes
ist es, Ihnen gewissermaßen Scheuklappen
anzulegen, Sie immun zu machen gegen all die vielen
Versuchlingen, die von allen Seiten auf Sie zu chromblinken.
Ich kenne mehr als einen Mann - und mir selbst ging
es einmal beinahe auch so - der auszog, um einen
Kleinwagen "für nicht mehr als so und
so viel Euro" zu kaufen, und der sich am Abend
die Haare raufte, weil er sich einen benzinfressenden
Großen hatte aufschwatzen lassen, der "wirklich
spottbillig" war!
Der Kauf
eines Gebrauchten sollte also damit beginnen, dass
Sie sich genau darüber klar wer-den, was für
einen Wagen Sie kaufen wollen. Legen Sie sich getrost
vorher auf ein ganz bestimmtes Modell fest. Meinetwegen
sogar auf einen bestimmten Jahrgang, auf eine bestimmte
Karosserieausführung bzw. Ausstattungsvariante
und - auf eine bestimmte Farbe! Diese Forderung
ist durchaus nicht überspitzt. Der Gebrauchtwagenmarkt
ist heutzutage so gesättigt mit Angeboten,
dass Sie haargenau das bekommen können, was
Sie gern haben wollen (Voraussetzung : Großserie)
. Es besteht nicht die geringste
Notwendigkeit, auch nur um einen Deut von Ihrem
Plan abzuweichen.
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Die Karosserie
wird natürlich zuerst begutachtet. Sie ist
zwar nur die äußere Hülle, die ein
krankes Herz manchmal ebenso geschickt wie verantwortungslos
verschleiern soll - aber auch sie gibt dem aufmerksamen
Betrachter schon einige recht wertvolle Hinweise:
- Der
Lack, das Außeräußere
und anscheinend Unwichtigste, kann vielfach
gesprungen sein (ganz nahe hingucken!) Das bedeutet
lieblose Behandlung durch den Vorbesitzer. Wer
diesen Wagen nie oder nur selten gewaschen,
shampooniert und mit Lackpflegemitteln bedacht
hat, wird sich mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit
um das Innenleben dieses Fahrzeugs genauso wenig
gekümmert haben.
- Interessant
und aufschlussreich in der Hinsicht sind vor
allem die Türkanten und die Kotflügelränder,
an denen oft der reine Rost durchschimmert.
In der Farbe abweichende Kotflügel verraten,
dass es da einmal gekracht hat. Wie harmlos
der Krach war, kann man so schnell natürlich
nicht entscheiden. Also untersucht man weiter:
- Andersfarbige
(oft sind das sehr feine Nuancen) Motorhaube
oder Kofferraumdeckel bedeuten, dass es von
vorn oder hinten einmal recht erheblich gebumst
haben muss - das ist ein sehr übles Zeichen!
Achten Sie nachher bei der Probefahrt darauf,
ob der Wagen genau Spur hält.
-
Hochgradig verdächtig
ist ein völlig neuer Anstrich an
einem Wagen, der erst wenige Tausend Kilometer
auf dem Zähler hat. Darunter können
Schäden durch einen regelrechten Salto
verborgen sein!
- Neuer
Verdeckstoff an einem etwas älteren
Kabriolett dagegen kann dem Vorbesitzer ein
gutes Zeugnis ausstellen.
- Die
Polster reden ebenfalls eine klare Sprache.
Tief eingesessene Sitze strafen manchmal ei-nen
korrigierten Kilometerzählerstand Lügen.
Darüber können auch gut erhaltene
Schonbezü-ge nicht hinwegtäuschen.
- Gebrauchsspuren
am Lenkrad sind an sich normal. Wenn
aber die Farbe regelrecht abgeblättert
ist, heißt das: der Wagen wurde im Hochsommer
oft in direktem Sonnenlicht geparkt, der Besitzer
war ein liebloser Bursche, der das Fahrzeug
wohl auch sonst kaum sehr sachgemäß
behandelt hat.
- Rost
im Kofferraum legt die Vermutung nahe,
dass es da durchregnet, weil die Klappe nicht
mehr korrekt schließt (Unfall?). Blinde
Stellen auf den Scheinwerferreflektoren oder
gar Rost zeigen, dass die Ringe der Scheiben
nicht mehr dicht schließen. Der Wagen
ist älter, als er sonst aussieht, und schlecht
gepflegt ist er außerdem!
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- Nagelneue
Reifen an einem Wagen von angeblich erst
10 000 km Lebensdauer sagen: Das Fahrzeug wurde
entweder rücksichtslos gejagt (die
erste Reifengarnitur hätte sonst länger
halten müssen) - oder der Zählerstand
stimmt nicht.
- Ungleichmäßig
abgefahrene Reifen sind die Folge falscher Spur
- oder eines durch Unfall verzogenen Rahmens,
bzw. einer durch Unfall verzogenen selbsttragenden
Karosserie.
- Spur
in einer Werkstatt prüfen lassen!
Ist sie nicht in Ordnung, so ist das nicht weiter
schlimm, man kann das leicht korrigieren lassen;
ist sie aber in Ordnung, dann Hände weg
von solch einem Wagen. Ein Unfallwagen mit verbogener
Wirbelsäule ist immer ein schlechter Kauf
!
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3.
Lenkung
und Bedienungsorgane
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Zuvor ein Rat: Wenn der Verkäufer
ein Privatmann, vor allem, wenn er ein Fremder ist,
bitten Sie ihn, mit dem Wagen und Ihnen zusammen
in eine (nach Möglichkeit befreundete) Werkstatt
zu kommen. Denn für Ihre weiteren Forschungen
benötigen Sie hier und da einiges Werkzeug,
wie es der Privatmann kaum in seiner Wellblechgarage
haben wird.
- Setzen
Sie sich hinter das Lenkrad und drehen Sie ein
wenig daran nach rechts und links. Lassen Sie
dabei die Tür offen und beobachten Sie
- oder bitten Sie Ihren erfahrenen Freund darum
- den Einschlag der Vorderräder. Lässt
sich das Lenkrad um mehr als eine Handbreit
drehen, ohne dass die Vorderräder reagieren,
so ist die Lenkung ausgeschlagen - ein schlechtes
Zeichen .
- Schauen
Sie sich bei der Gelegenheit gleich auch die
Pedale an: Durchgetretene Pedalauflagen darf
es im allgemeinen nicht vor 50.000 bis 70.000
km Laufzeit geben. Ein vergleichender Blick
auf den Zähler verrät oft mehr über
den Charakter des Verkäufers, als dem lieb
sein kann. Nagelneue Gummis an einem "jüngeren"
Wagen beweisen nur, dass der Mann glaubte, Sie
hineinlegen zu können (Alter ca. 10 Jahre)!
- Zuviel
Spiel an den Bedienungsorganen kann ankündigen,
dass bald eine größere Reparatur
fällig sein wird: Das Kupplungspedal soll
etwa 9 cm Spiel haben, ehe Sie den Wider-stand
der Kupplungsfedern spüren.
- Das
Bremspedal soll ebenfalls etwa 2 cm Spiel
haben. Es darf sich auf keinen Fall bis zum
Bodenbrett durchtreten lassen 2 bis 4 cm vorher
muss Schluss sein !
- Hat
die Schaltung reichlich Spiel, so ist
der Übertragungsmechanismus (bei Lenkradschaltung)
oder sind gar die Schaltgabeln im Getriebe ausgeschlagen.
- Die
Handbremse soll nach spätestens
2 bis 4 cm totem Gang Widerstand leisten. Machen
Sie den Versuch mehrfach - manche Handbremse
bleibt hängen! Neue Seile kosten allerdings
nicht die Welt.
- Räder:
Lassen Sie mit einem Wagenheber ein Vorderrad
anheben, bis es frei schwebt. Fassen Sie das
Rad außen am Reifen und versuchen Sie,
ob es etwa Spiel in seiner Aufhängung hat
- ohne dass sich das andere Vorderrad mitbewegt
(manche Lenkungen sind sehr leichtgängig,
man kann sich da zuungunsten des Verkäufers
irren). Lassen Sie das Rad wieder auf die Erde
und betrachten Sie den Wagen von hinten aus
gehöriger Entfernung. Eben die linken
und rechten Räder genau in einer Flucht?
Exakter lässt sich das prüfen, indem
man den Wagen auf der Straße durch eine
Pfütze rollt und nachsieht, ob die Hinterradspur
etwa von der Vorderradspur abweicht- tut sie
das, so ist der Rahmen verzogen. Dieser Wagen
ist für Sie indiskutabel!
- Federn
und Stoßdämpfer. Schauen
Sie sich den Wagen daraufhin an, ob er auffallend
nach einer Seite (meist links, wo der Fahrer
sitzt) hängt. Ein wenig wird das bei jedem
gebrauchten Wagen der Fall sein - aber es gibt
da Grenzen, die allerdings in Zentimetern oder
Neigungswinkelgraden schwer festzustellen sind.
Jedenfalls ist der etwa bald notwendig werdende
Ersatz ermüdeter Federn kein ganz billiges
Vergnügen. Stellen Sie sich auf die vordere,
dann auf die hintere Stoßstange und wippen
Sie ein paar mal. Warten Sie ab, ob der Wagen
längere Zeit nachschwingt. Tut er das,
dann sind die Stoßdämpfer hinüber.
Der Einbau neuer Stoßdämpfer ist
relativ billig - aber auf die Fahrweise des
Verkäufers lassen sich trübe Rückschlüsse
ziehen!
- Wagenunterseite.
Betrachten Sie den auf eine Hebebühne gestellten
Wagen von unten. Voraussetzung ist eine saubere
Unterseite, damit Sie eventuelle Schweißstellen
am Rahmen erkennen können!
- Rost:
Wo immer er auftritt, stellt dem Verkäufer
das Zeugnis eines schlechten Wagenpflegers aus.
Das braucht den Wagen an sich noch nicht zu
entwerten - aber gewisse Abzüge vom verlangten
Preis erscheinen berechtigt .
Rütteln Sie von unten an allen Gelenken,
Federn usw., um festzustellen, wo unzulässiges
Spiel (an diesen Teilen ist jedes Spiel unzulässig!)
vorhanden ist. Schlagen Sie ein paar mal mit
geballter Faust an Auspufftopf und -rohr
- aber nehmen Sie dabei Ihren blütenweißen
Hemdkragen aus der Richtung! Abfallender Rost, Rascheln
im Topf oder Rohr zeigen mangelnde Pflege an. Antwortet
der Topf auf Ihr Anklopfen mit einem deutlichen
Klappern, so dürfte da drinnen mehr oder weniger
alles durchgerostet sein! Schauen Sie sich die
Gummimanschetten an den Antriebsgelenken,
an den Bremsschläuchen und am Seilzug
der Handbremse an. Etwa notwendige Reparaturen sind
im Preis erträg-lich - aber die Wagenpflege.
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4.
Der Blick unter die Haube
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Hat der
Verkäufer bis hierhin seine Geduld verloren
und fängt er nun mehr an, unhöflich zu
werden, dann bieten Sie ihm am besten eine Zigarette
an und verabschieden sie ihn mit ein paar netten
Worten. Denn die eigentliche Untersuchung soll ja
erst beginnen. Wer Sie bei Ihrer gründlichen
Betrachtung hetzen will, von dem dürfen Sie
mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass er an seiner
Kutsche einiges zu verbergen hat.
Anderenfalls
öffnen Sie jetzt die Motorhaube, um das noch
ruhende Herz der ganzen Angele-genheit zu betrachten:
- Schweißstellen
am Motorblock machen alle bisherigen
Bemühungen vergeblich. Ein Zweithandwagen,
dessen Block einmal gerissen war, würde
mich jedenfalls nicht weiter interessieren.
- Lötstellen
am Kühler müssen nichts gegen
den Fahrer sagen, solange es sich um wenige
und kleine Stellen handelt. Pech kann jeder
mal haben. Aber schrauben Sie einmal den Kühler
auf und fühlen mit einem Finger in die
Einfüll-Öffnung: Rostspuren lassen
die baldi-ge Notwendigkeit einer gründlichen
Reparatur, wenn nicht gar eines Ersatzes für
diesen Kühler befürchten (kann 250
bis 1000 Euro kosten!).
Prüfung
des laufenden Motors:
- Zuerst
prüfen Sie den Anlasser ohne Zündung.
Wo das wegen eines kombinierten Zünd- Anlassschlosses
nicht möglich erscheint, nehmen Sie vorher
die Verteilerkappe ab. Lassen Sie nun
den Anlasser mehrmals einige Sekunden lang laufen.
Hackt er beim Eingreifen in die Schwungscheibe
- das Geräusch ist unverkennbar -, so ist
entweder das Anlasser-Ritzel defekt oder die
Zähne am Schwungrad sind nicht mehr so,
wie sie sein sollen. Meist ist bei-des der Fall.
Die Reparatur wird fühlbar ins Geld laufen!
- Ist
der Anlasser nur müde, so kann das an der
Batterie liegen. Lassen Sie diese gleich
messen. Eine neue Batterie wird Sie so viel
kosten wie 60 bis 120 Liter Benzin - ob Sie
den Betrag dran wenden wollen, wenn sonst alles
in Ordnung ist, müssen Sie selber wissen.
- Und
nun lassen Sie den Motor (mit Zündung!)
anspringen. Kommt er nicht innerhalb
von spätestens 3 bis 10 Sekunden, dann
ist etwas faul. Entweder der Verkäufer
lässt den Schaden sofort beheben - oder
Ihr Interesse erlischt! Wenn er ihn nämlich
nicht beheben lassen will, so heißt das
mit größter Wahrscheinlichkeit: an
dem Motor würden Sie nicht mehr viel Freude
haben!
- Aber
nehmen wir an, er läuft. Der Leerlauf
soll gleichmäßig sein, das Auspuffgeräusch
soll sauber klingen. Können Sie das noch
nicht selbst beurteilen, so ziehen Sie Ihren
erfahrenen Freund oder den in der Nähe
stehenden Werkmeister zu Rate.
- Geben
Sie plötzlich Gas - Sie wissen ja, dass
man das tun kann, ohne erst einsteigen zu müssen,
nämlich direkt am Gasgestänge
des Vergasers oder der Einspritzanlage. Nimmt
der Motor das angebotene Gas nicht sofort an
(Vollgas ist natürlich aus dem Leerlauf
heraus nicht auf Anhieb zu erwarten - aber Vollgas
gibt man ja ohnehin nicht am stehenden Fahrzeug!),
so ist wiederum etwas faul an der Sache: wahrscheinlich
sind die Kolben ausgeschlagen oder die Ventile
verbrannt oder falsch eingestellt. Weitere Möglichkeiten
können sie unter "Pannen und ihre Beseitigung"
finden .
- Beobachten
Sie beim plötzlichen Gasgeben, auch
und gerade wenn es funktioniert, den Auspuffqualm.
Ist er blau, so verbraucht der Motor zuviel
Öl: die Kolben oder zumindest die Kolbenringe
taugen nichts mehr. Ist der Auspuff- qualm schwarz,
so ist der Kraftstoffverbrauch zu hoch, was
an einer leicht zu korrigierenden Vergasereinstellung
liegen kann.
Machen
Sie diesen Versuch später noch einmal, wenn
Sie ein Stück mit dem Objekt Ihrer Wünsche
gefahren sind. Dann nämlich zeigen sich diese
Erscheinungen wesentlich deutlicher. Danach schrauben
Sie auch einmal eine Kerze heraus und schauen
sich ihr Gesicht an .
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Was Sie bisher untersucht haben, war sozusagen
die Frage, ob der Wagen theoretisch in Ordnung ist.
Hat er diese Prüfung einigermaßen bestanden,
dann versuchen Sie es nunmehr mit der Praxis.
- Nehmen
Sie noch nicht gleich selbst Platz hinter dem
Lenkrad, sondern lassen Sie sich den Wagen zuerst
von seinem Besitzer vorführen. Aus seinem
Verhalten lässt sich oft weiterean interessanten
Dingen ablesen. Bitten Sie den Verkäufer,
möglichst sanft anzufahren. Das tut nämlich
nur ein Wagen, der mechanisch in Ordnung ist.
Ein ruckartiger Kavalierstart beweist gar nichts
- er verhüllt vielmehr alle möglichen
Schwächen, z. B. schlecht einsetzende (rupfende)
Kupplung, unsauberen Leerlauf, ausgeschlagene
Getriebe- und Differentialzahnräder usw.
Kultiviertes Anfahren - so, als säße
die liebe Erbtante auf dem Rücksitz macht
auch einen sonst weniger ansehnlichen Wagen
sympathisch. Wie der Herr, so der Wagen
- Nun
lehnen Sie sich bequem zurück und überlassen
am besten dem Verkäufer - ohne ihm dreinzureden
- die Vorführung alles dessen, was
er für vorführenswert hält. Enthalten
Sie sich nach Möglichkeit jeder kritischen
Bemerkung: Der Mann soll den Wagen jetzt so
fahren, wie er es gewohnt ist. Um ihn nicht
zu irgendwelchen außergewöhnlichen
Mätzchen zu verleiten, können Sie
ihn ja ganz harmlos darum bitten, erst einmal
aus dem dichten Stadtverkehr hinauszurollen,
Sie selbst möchten sich vorerst vom Beifahrersitz
aus mit dem Fahrzeug vertraut machen. In diesen
Minuten der Beobachtung ist der Mann interessanter
als das Auto. Registrieren Sie im stillen unsauberes
Kuppeln und unsauberes Schalten, brutales
Gasgeben und abruptes Bremsen.
Da der Mann ja über mehrere Tausend Kilometer
den Wagen etwa so behandelt hat, wie er ihn
Ihnen jetzt zeigt, können Sie daraus immerhin
einige Rückschlüsse auf die
möglichen und verborgenen Schäden
ziehen, die das Fahrzeug unter diesen Händen
im Lauf der Zeit erlitten hat. - Ein paar Fehlerprozente
dürfen Sie allerdings zu seinen Gunsten
abziehen, denn bei solch einer Vorführung
werden viele nervös. Eine konsequent misshandelte
Kupplung dürfte innerlich mehr Schaden
genommen haben, als Sie beim Selbstfahrern auf
Anhieb bemerken würden. Entsprechendes
gilt für alle übrigen Motor- und Antriebsteile.
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Während
dieser Zeit der Passivität haben Sie Gelegenheit,
sich über den Zählerstand einige Gedanken
zu machen:
- Im
bisher Gesagten wurde hin und wieder schon angedeutet,
dass manches Fahrzeug de facto älter ist,
als aus dem Zählerstand hervorzugehen scheint.
Mit dieser Feststellung soll nicht jeder Wagenverkäufer
grundsätzlich verdächtigt werden,
er habe am Kilometerzähler "gedreht",
aber es könnte ja doch immer mal sein
- Der
Kilometerzähler eines Automobils hat vor
dem Gesetz so etwas wie die juristische Bedeutung
einer Urkunde. Eigenmächtige Veränderungen
daran können in extremen Fällen als
Betrug ausgelegt werden! In der Praxis ist es
natürlich schwer, oft genug sogar unmöglich,
den Versuch eines Betruges nachzuweisen. Besonders
gewitzte Gebrauchtwagenverkäufer lassen
womöglich gar einen neuen Zähler
einbauen, wenn sie sich zum Verkauf des fraglichen
Fahrzeugs entschließen. Dann fahren sie
noch ein paar hundert Kilometer damit und erklären
bei der Vorführung ganz offen, dass "der
Wagen natürlich schon etwas mehr auf dem
Buckel hat, als der neue Zähler anzeigt.
Aber Sie werden ja wissen, dass die meisten
Zähler so nach 8.000 bis 10.000 km zum
Teufel sind. Rechnen Sie also rund 10 000 km
hinzu - soviel ist der Wagen bis jetzt ungefähr
gelaufen." Tatsächlich ist das ein
ausgesprochener Unsinn. Ein normaler Kilometerzähler
hält ewig! Er zeigt vielleicht ein bisschen
zuviel oder ein bisschen zuwenig an, aber diese
Differenzen liegen im äußersten Falle
bei plus/ minus 10 Prozent, meist sind sie erheblich
geringer.
- Die
Behandlung: Ist der Verkäufer
zugleich Erstbesitzer des Wagens (darüber
klärt Sie der Kraftfahrzeugbrief auf),
so erleben Sie ja jetzt während der Vorführung,
was das arme Tier hat erdulden müssen.
Handelt es sich jedoch um ein Auto, das schon
durch mehrere Hände gegangen ist, so gibt
es natürlich einen größeren
Unsicherheitsfaktor den Sie allerdings
nicht allzu tragisch zu nehmen brauchen: Entweder
zeigt der jetzige Besitzer einen gepflegten
Fahrstil - dann hat er vermutlich etwaige
Nachlässigkeiten früherer Besitzer
längst wieder ausgeglichen. Er hat schadhafte
Teile beizeiten ersetzen lassen und ist fortan
ein liebevoller Freund dieses Autos gewesen.
Oder der jetzige Besitzer ist ein Schinder
und eventuell ein Schwindler. Dann mögen
die früheren Benutzer noch so sorgfältige
Leute gewesen sein - er hat inzwischen alles
verdor-ben, was nur zu verderben war!
Endlich
besteht noch eine dritte Möglichkeit, die
Sie nicht außer acht lassen sollten: der
Wagen hat seinen Besitzer sehr häufig und
jeweils nach sehr kurzer Zeit gewechselt (siehe
Kraftfahrzeugbrief) - dann kann es sich um ein
ausgesprochen unerfreuliches Exemplar seiner
Gattung handeln. Das kommt selbst bei sonst
gut renommierten Modellen vor.
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Wenn Sie
über die eben beschriebenen Dinge genügend
sinniert haben, wird es Zeit, den Verkäufer
zu bitten, er möge nunmehr Ihnen selbst das
Lenkrad zu einer Probefahrt überlassen.
Zeigen Sie dem Mann Ihren Führerschein,
damit er keine Sperenzchen machen kann - es gibt
Leute, die das nicht dulden wollen; der Fall interessiert
dann nicht weiter! und tauschen Sie mit ihm die
Plätze.
- Übernehmen
Sie das Fahrzeug nicht mit laufendem Motor.
Selbst zum Anlassen kann ein Trick gehören,
den nur der Eingeweihte kennt. Lassen Sie sich
solche Tricks gar nicht erst erklären,
ein anständiges Auto muss auch einer fremden
Hand gehorchen - darin unter-scheidet es sich
von Pferd und Hund und anderen Lebewesen!
- Ausreden
gelten nicht. Nun, da der Motor warm ist, muss
er auf Anhieb kommen. Manche tun das nicht,
an denen ist dann irgend etwas nicht so, wie
es sein soll. Lassen Sie sich, wenn der Motor
nicht sofort kommt, von dem Vorführer auf
gar keinen Fall einreden, das sei eine Kleinigkeit,
die man ja nachher gleich in Ordnung bringen
könne. Solche Kleinigkeiten sollen vorher
in Ordnung gebracht sein. Wie sonst wollen Sie
in der kurzen Zeit beurteilen können, ob
sich hinter der Kleinigkeit nicht etwa ein ernsthafter
Schaden verbirgt, dessen Beseitigung Sie später
in Unkosten stürzt?
Lassen
Sie sich überhaupt bei der nun folgenden
Fahrt auf keinerlei Debatten ein. Wenn Sie selbst
fahren können, muss auch das Auto rollen.
Sie wollen sich ja ein Auto kaufen, das Ihnen
gehorcht, nicht nur irgendeinem seiner früheren
Herren und Meister!
- Der
Motor. Nehmen wir an, der Motor ist
korrekt angesprungen. Fahren Sie noch nicht
gleich los. Schauen Sie sich erst einmal den
Öldruckmesser an. Fällt die
Nadel unter die Hälfte der Skala, dann
geschehen im Motor unerfreuliche Dinge, die
späterhin teuer werden könnten. Lassen
Sie die Maschine einige Sekunden im Leerlauf
drehen. Warm, wie sie jetzt ist, muss sie das
tun, ohne dass Ihr Fuß den Gashebel auch
nur berührt. Bleibt der Motor stehen -
'raus, Haube auf, Leerlauf nachstellen!
Er muss langsam und sauber drehen. Tut er's
nicht, sind wahrscheinlich die Kolben hinüber
oder die Ventile schließen nicht, sind
gar verbrannt.
- Schließlich
wird es Zeit, den 1. Gang einzulegen und anzufahren.
Das Schalten muss geräuschlos vor
sich gehen, sonst stimmt entweder an der Kupplung
oder am Getriebe etwas nicht (das könnten
hohe Rechnungen werden). Die Übergänge
beim Gasgeben müssen jetzt noch sauberer
und schöner sein als am stehenden Fahrzeug,
dessen Motor ja noch kalt war.
- Antriebsorgane.
Nehmen Sie den Wagen in den Gängen ruhig
etwas schärfer heran, als Sie das sonst
zu tun gewohnt sind. Mag der Verkäufer
denken, Sie hätten Angst vorm Schalten.
Ihnen kommt es auf etwas anderes an: Sie wollen
hören, ob bei höherer Drehzahl das
Getriebe womöglich anfängt zu heulen.
Das wäre ein schlechtes Zeichen. Die Rechnung
für eine Instandsetzung oder gar für
ein neues Getriebe fängt meistens vierstellig
an und reicht bis hinauf zu etwa zehn Prozent
des Kaufpreises für einen neuen Wagen !
Gibt es hier nichts zu beanstanden, dann kuppeln
Sie einmal während der Fahrt aus und horchen
nach hinten: ein Mahlen oder kratzendes Schaben
im Differential wäre ein Alarmzeichen!
Nun schauen Sie sich einmal die Beschleunigung
an. Verbindliche Zahlen dafür, in wieviel
Sekunden der Wagen im direkten Gang von 40 auf
80 km/st kommen muss, kann ich Ihnen hier natürlich
nicht geben. Diese Werte sind naturgemäß
bei jedem Modell verschieden. Wenn Sie irgend
Gelegenheit dazu haben, besorgen Sie sich vor
der Probefahrt vom Händler (nicht von dem,
der jetzt vielleicht neben Ihnen sitzt, sondern
vom Händler der Literatur über Autos
vertreibt!) einige Richtwerte. Es kann nicht
schaden, eine Stoppuhr mitzunehmen. Sagen wir,
10 bis 15 Prozent unter dem Normalwert darf
ein Gebrauchter noch liegen. Was mehr ist, also
geringere Beschleunigung, das ist vom Übel.
- Nächste
Prüfung:
bei voller Fahrt Gas wegnehmen, so dass jetzt
ganz plötzlich der rollende Wagen den Motor
vor sich her schiebt. Sagt es dann "klick"
im Getriebe oder im Differential, dann sind
die Zahnräder reif zum Austausch
oder die Lager haben mehr Luft, als ihnen -
und Ihnen - bekömmlich ist!
- Letzte
Prüfung der Antriebsorgane:
Wagen im großen Gang ausrollen
lassen, gerade so weit, dass er noch nicht stuckert.
Ein Wagen unter 1,5 Liter Hubraum muss nun klaglos
mit etwa 25 km/h dahinrollen, ein Wagen mit
mehr als 1,5 Liter Hubraum muss das mit etwa
30 km/h tun - sonst ist der Motor nicht in Ordnung.
Wir wissen zwar aus der Fahrschule, dass man
im großen Gang nicht so langsam fahren
soll, dass man jetzt längst hätte
herunterschalten müssen - aber dies ist
ja keine Fahrschule mehr. Dies ist eine Untersuchung
auf verborgene Mängel, die man nur bei
außergewöhnlicher Behandlung findet:
Jetzt
geben Sie aus dieser Kriechgeschwindigkeit
heraus Gas. Kein Wagen wird da sofort und mit
viel Temperament losschießen, aber ein
intaktes Fahrzeug muss das Gas allmäh-lich
annehmen und muss ab 40 bis 45 km/h zügig
beschleunigen - je höher Sie kommen, um
so besser. Treten Sie allmählich tiefer
durch: bis etwa 20 Prozent unter der katalogmäßigen
Spitze (bei einem Wagen, der 100 laufen soll,
also bis zu 80 km/h) muss der Wagen kräftig
anziehen. Jenseits dieses Wertes wird praktisch
jedes, auch ein neues Fahrzeug gemütlicher. An
einem lahmen Fahrzeug mit klappernden Antriebsorganen
werden Sie keine Freude haben. Lassen Sie sich
nicht von dem Gefühl überwältigen,
dieser hier sei ja recht hübsch und - billiger
als gedacht. Prüfen Sie mit eiskaltem Verstand
und denken Sie daran: es gibt Hunderte und
Tausende von Angeboten. Es muss nicht dieser
sein. Schon drei Ecken weiter finden Sie vielleicht
das äußerlich gleich gut erhaltene
Modell mit einem besseren Innenleben. Im übrigen
hören Sie auf den erfahrenen Freund auf
der rückwärtigen Sitzbank.
- Bremsen
und Lenkung. Setzen Sie die Untersuchung
weiter fort:
- Treten
Sie leicht auf die Bremse (mit dem
linken Fuß!) und geben Sie gleichzeitig
Gas. Kümmert er sich nicht um Ihr Bremsen,
so wissen Sie, woran Sie sind!
- Lassen
Sie das Lenkrad los und treten Sie
kräftig auf die Bremse -aber halten
Sie die Hände dabei in der Nähe
des Lenkrades. Der Wagen darf nicht aus
der Spur ausbrechen! Tut er es doch, so
ist das ein Zeichen für schlechte Einstellung
der Bremse.
- Lassen
Sie bei stillstehendem Gasfuß, also
ohne Beschleunigung, das Lenkrad
los. Der Wagen muss mindestens einhundert
Meter geradeaus laufen - wenn die Straße
eben ist (auf stark gewölbter Straße
kann man das nicht ausprobieren). Zieht
er nach einer Seite hinüber, so ist
die Spur oder die ganze Lenkung korrektur-
oder instandsetzungsbedürf-tig! Versuchen
Sie dasselbe unter gleichzeitiger Beschleunigung.
Fünfzig Meter Spur sind das Minimum!
- Lassen
Sie hinter einer normalen Kurve das Lenkrad
los, d.h. lassen Sie es durch die geöffneten
Finger laufen. Der Wagen muss von allein
wieder die Richtung geradeaus finden. Tut
er's nicht, so stimmt der Nachlauf oder
die ganze Lenkung nicht!
- Geräusche:
Achten Sie bei all diesen Manövern
auf programmwidrige Geräusche. Ihr Freund
auf dem Rücksitz paßt hoffentlich
mit auf. Manche Geräusche sind harmlos
andere haben es in sich. Man kann da schwer
Regeln aufstellen. Was am Motor oder an den
Antriebsorganen klappern, klicken, knallen,
rappeln, schaben, dröhnen kann, ist im
Kapitel über "Pannen und ihre Beseitigung"
näher beschrieben.
Auch in der Karosserie
kann es "Musik" geben. Meist ist sie
harmlos. Wenn aber auf schlechtem Pflaster -
jede Probefahrt sollte über schlechtes
Pflaster führen, an dem ja bei uns kein
Mangel besteht - die Karosserie zu knacken anfängt,
kann das die Folge von Unfallschäden oder
allgemeiner Verwahrlosung sein: Befestigungsschrauben
des Wagenkörpers, der Kotflügel usw.
können durchgerostet sein, woraufhin die
betreffenden Teile sich aneinander reiben und
bereits beschädigte Stellen gegeneinander
knacken.
Um
diese Prüfung abzurunden, halten Sie mit
einem Rad einmal auf einem Bürgersteig
oder sonst einer Erhöhung an und versuchen,
die Türen mit leichter Hand zu öffnen
und zu schließen. Auch da kann man einiges
erleben, wenn die Karosserie verzogen ist! Gegen
unschöne Geräusche gibt es übrigens
einen alten Rosstäuschertrick, vor
dem Sie sich hüten müssen: Der Verkäufer
drückt Ihnen den Wagen in die Hand, nachdem
er bis zu einem halben atü Luft von den
Reifen abgelassen hat. Die Reifen federn dann
weicher und verschlukken manches, was Sie nicht
hören sollen. Prüfen Sie also
den Reifen- druck vor der Fahrt - oder,
wenn Ihnen das peinlich ist, nehmen Sie den
Wagen dann mit normaler Geschwindigkeit um eine
enge Kurve, in der Stadt also mit, sagen wir
20 km/st. Zu weiche Reifen fangen da schon an
zu pfeifen! Wenn das geschieht, wissen Sie,
woran Sie sind!
- Elektrische
Anlage.
Es ist selbstverständlich, dass Sie im
Lauf der Fahrt alle elektrischen Geräte
durchprüfen, also Horn, Winker oder Blinker,
Scheibenwischer usw. Was aber ist mit der Batterie
los und - viel wichtiger noch - was mit der
Lichtmaschine?
Die Prüfung, die natürlich
nicht jeden Mangel entlarven kann, aber hinreichen
mag, ist einfach: halten Sie mit dem Wagen unter
einer Eisenbahnbrücke oder sonst irgendwo
an einer dunklen Stelle. Schalten Sie die Scheinwerfer
an, wobei der Motor im Leerlauf läuft.
Dann geben Sie kräftig Gas - wird jetzt
ans Licht auffallend heller, dann ist entweder
die Batterie schwach (was sich leicht in einer
Werkstatt nachmessen lässt) oder die Lichtmaschine
hat nicht die richtige Ladestärke - ein
Schaden, dessen Beseitigung so etwa das Geld
für die monatliche Zigarettenration eines
mittelstarken Rauchers verschlingen kann.
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Aus den
vorstehenden Seiten sehen Sie, dass die Untersuchung
eines gebrauchten Wagens eine ziemlich zeitraubende
Angelegenheit sein kann. Ich habe bewusst darauf
verzichtet, Ihnen Kontrollen zu empfehlen,
die in der Praxis kein Mensch durchfuhrt: etwa die
Abnahme des Zylinderkopfes, um festzustellen, ob
da Ölkohle sich abgesetzt hat oder ob die Ventile
sauber schließen. Ich habe mich beschränkt
auf die Dinge, die von außen zu diagnostizieren
sind. Trotzdem - die Geduld für eine so gründliche
Prüfung müssen Sie aufbringen, wenn Sie
wochen- und monatelangen Ärger und ungeheuerliche
Rechnungen nach einem unüberlegten Kauf
vermeiden wollen. Haben Sie eine befreundete
Werkstatt in der Nähe, so können Sie noch
eine Abschlussprüfung als Schlusspunkt unter
die ganze Geschichte setzen: lassen Sie einmal die
Kompression des Motors nachmessen! Dazu gehört
nur ein ganz normaler Kompressionsmesser, ein Ding,
das an Stelle einer herausgeschraubten Zündkerze
(bei einem Zylinder nach dem anderen) einge-setzt
wird. Diese Prüfung gehört an den
Schluss der Probefahrt. Vor Beginn hat sie deshalb
keinen Zweck, weil ein Rosstäuscher
wenn Sie etwa einem in die Hände gefallen sind,
ohne es zu merken ein dickes Schmieröl, meinetwegen
SAE 50, eingefärbt haben könnte, dass
klappernde Kolben sehr schön gegen die Zylinderlaufflächen
abdichtet und damit immer eine wunderbare Kompression
ergibt! Im warmen Motor aber ist selbst dieser dicke
Kleister dünnflüssig geworden und kann
nichts mehr vorspiegeln, was nicht da ist! Zwar
sind dann auch die Kolben durch Wärmeausdehnung
zu besserer Passung gekommen, aber wenn die Maschine
nicht gerade überjagt wurde, genügt der
Kompressionsmesser durchaus zur Entlarvung dieses
billigen Tricks! Wollen Sie ein übriges
tun, so sehen Sie sich am Ölmessstab
das Öl vor und nach der Probefahrt an - den
Unterschied können Sie gar nicht übersehen!
Vergleichen Sie das abtropfende Öl (aus dem
kalten Motor) mit SAE 10 aus der Büchse, dem
meist vorgeschriebenen Motoröl. Darum auch
immer wieder der Rat: Lassen Sie die Untersuchung
des Gebrauchten über eine befreundete Werkstatt
laufen. Es sollte allerdings nicht diejenige sein,
deren Besitzer Ihnen das Diskussionsobjekt verkaufen
will! Denn in Geschäften, hört bekanntlich
die Freundschaft auf!
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